Die Muslimbruderschaft in Deutschland

Von: Bundeszentrale für politische Bildung;
Die “Muslimbruderschaft” (MB) gilt als älteste und einflussreichste sunnitische islamistische Bewegung. In Deutschland zählt der Verfassungsschutz 1040 Personen zur radikal-islamischen Gruppe, einschließlich der 340 Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Deutschlands, die sich Ende 2018 in Deutsche Muslimische Gemeinschaft (DMG) umbenannte. Wie funktioniert das Netzwerk der Muslimbrüder in Deutschland?

“Der Islam wird Europa erobern, ohne Schwert und ohne Kampf.” Bemerkenswert deutlich ließ der wohl einflussreichste zeitgenössische Denker und Agitator der weltweiten Muslimbruderschaft (MB) Yusuf al-Qaradawi (geb. 1926) im katarischen Fernsehen verlauten, was das Ziel seiner Bewegung auch für Europa ist. Diese Form der friedlichen Eroberung durch Mission und gezielte Einflussnahme habe ihre Begründung im Islam und werde von Erfolg gekrönt sein. Europa, so der Scheich weiter, sei in einem miserablen Zustand aus Unmoral, Materialismus und Promiskuität und müsse vom Islam aus diesem Elend befreit werden. “Europa wird keinen Lebensretter, kein Rettungsboot außer dem Islam finden.”[1]

Der islamistische Prediger Yusuf al-Qaradawi beim Freitagsgebet auf dem Tahrir-Platz in Kairo am 18.02.2011.
Der islamistische Prediger Yusuf al-Qaradawi beim Freitagsgebet auf dem Tahrir-Platz in Kairo am 18.02.2011. (© picture-alliance/AP)

Ziel der 1928 in Ägypten gegründeten Muslimbruderschaft ist ein durch und durch islamisches Gemeinwesen, dessen Oberhaupt sich einzig durch die umfassende und ausschließliche Anwendung der Scharia legitimiert. Diese vermeintliche Ordnung Gottes gilt als alternativlos, sie ist weder wählbar noch abwählbar – eine Haltung, die die MB als zutiefst undemokratisch und Vertreterin eines politischen Islam entlarvt, der mit dem Grundgesetz und den Menschenrechten nicht vereinbar ist.

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