Franzosen lehnen mehrheitlich Islam ab

Zwei Drittel aller Franzosen glauben, dass der Islam unvereinbar mit den Regeln der französischen Gesellschaft ist. Das ergab eine neue Ifop Umfrage. Damit ist die Ablehnung im islamisierten Nachbarstaat noch höher als in Deutschland.

61 Prozent der Franzosen lehnen den Islam demnach ab. Das sei laut Le Journal du Dimanche eine Steigerung von acht Prozent im Vergleich zu einer Umfrage vom Februar letzten Jahres. Die Zahlen spiegeln die wachsenden Befürchtungen der Franzosen hinsichtlich der Auswirkungen der Religion im öffentlichen Leben auf die traditionelle säkularistische Haltung Frankreichs wider, so die Studie

Wie immer liegen die Positionen im sogenannten rechten und linken Spektrum weit auseinander: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Anhänger der linken Partei France Insoumise (Frankreich ungebrochen) findet, dass der muslimische Gottesdienst einen Platz in Frankreich hat. 85 Prozent der Anhänger von Marine Le Pens Partei Rassemblement National sehen das komplett gegenteilig.

In Deutschland empfindet mittlerweile etwa jeder zweite Bürger den Islam laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung als Bedrohung. Im Osten sei der Anteil mit 57 Prozent höher als im Westen, wo er bei 50 Prozent liege, teilte die Bertelsmann Stiftung im Juli mit.

„Die Definition des Säkularismus scheint sich zu ändern“, glaubt Frédéric Dabi, stellvertretender Generaldirektor von Ifop. Es gäbe heute mehr Unterstützung für die Trennung von Religion und Politik. 2005 hätte die Hauptsorge der Franzosen noch der Gleichheit der Religionen gegolten, berichtet Breitbart.

Das Hauptaugenmerk Besorgnis der Franzosen liegt nun auf dem Einfluss der Islamisierung, wobei sich die Befragten für das Verbot religiöser Symbole in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens aussprechen. 75 Prozent sagten, sie würden sich auf ein Verbot religiöser Symbole für Nutzer öffentlicher Dienstleistungen einigen und 72 Prozent befürworteten ein solches Verbot auch für Beschäftigte privater Unternehmen.

Bei der Frage, welche Partei für die Herausforderungen der Islamisierung am besten geeignet ist, erzielte die Le Pens Rassemblement National die höchste Punktzahl. 37 Prozent unterstützten Le Pen, während der französische Präsident Emmanuel Macron und seine Partei  La République En Marche! (LREM) nur 20 Prozent für sich gewinnen können.

Das Vertrauen in Le Pen, das Problem anzugehen, kommt, nachdem ihre Partei Macrons LREM-Bewegung bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai geschlagen hatte.

Damals forderte Le Pen Macron zum Rücktritt auf. Sie erklärte, dass Neuwahlen auf nationaler Ebene „sofort aufgrund der gestrigen Ergebnisse stattfinden sollten, aber hauptsächlich aufgrund von Macrons Haltung während der Wahlen, bei denen er nicht der Garant der Verfassung war, sondern ein aktiver Spieler in einer der Parteien wurde“.

Le Pen schneidet auch beim Thema Migration besser ab als Macron. Eine im Februar veröffentlichte Umfrage ergab, dass die französischen Wähler bei der Bewältigung von Fragen der Massenmigration mehr Vertrauen in Le Pen haben als in den amtierenden französischen Präsidenten.

Zuerst im Original auf Journalistenwatch erschienen.