Muttermilchspende verstößt gegen islamisches Recht: Kleriker lassen 500 Babys in Bangladesch hungern

Symbolfoto:Von pratan ounpitipong/shutterstock

Der Islam zeigt sein mitleidloses Gesicht derzeit in Bangladesch. Ein Krankenhaus wollte mit einem Muttermilch-Spenden-Programm bis zu 500 Waisen und Babys berufstätiger Mütter in dem mehrheitlich muslimischen Land ernähren. Doch islamische Geistliche reagierten empört. Das Ernährungsprogramm wurde gestoppt und auf unbestimmte Zeit verschoben. 

Nach Auffassung der Kleriker verstoßen solche Milchbanken gegen islamisches Recht. Es bestünde die „Gefahr“, dass zwei Säuglinge Muttermilch von der selben Frau bekommen und später heiraten würden. Dann wäre ihre Ehe und ihr Nachwuchs „illegal“, erklärte laut yahoo.de  Gazi Ataur Rahman, Sprecher der einflussreichen Partei Islami Andolan.

Der bekannte islamische Geistliche Fariduddin Masoud möchte, dass die Behörden herausfinden, wie andere islamisch dominierte Nationen wie Pakistan, Iran, Irak und Malaysia mit solchen Milchbanken umgehen. Noch hat die oberste islamische Führung sich nicht endgültig entschieden, wie es mit den hungrigen Babys weitergehen soll.

Trotz aller getroffenen „Sicherheitsvorkehrungen“, die Milch werde getrennt die Identität der Spenderinnen festgehalten, wird das für diesen Monat geplante Vorhaben auf Eis gelegt.

Kinderärzte hatten sich zuvor für die Muttermilch-Bank eingesetzt: Sie könne das Leben von Kindern retten und ihnen beim Wachstum helfen. Viele Kinder im muslimisch dominieren Bangladesch leiden an Unterernährung und der entsprechenden körperlichen und geistigen Unterentwicklung.

Laut Unicef sind weltweit 16 Millionen Kinder unter fünf Jahren stark untergewichtig. Chronische Mangelernährung in den ersten tausend Lebenstagen führe zu irreversiblen Entwicklungsstörungen, so die Organisation. 822 Millionen Menschen hungern, 2 Milliarden leiden an Mangelernährung, berichtet die Welthungerhilfe. (MS)