Muezzin-Ruf trifft bei einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung auf Ablehnung

Muezzin (Symbolfoto: Von Petr Bonek/Shutterstock)

Gegen öffentliche Muezzunrufe sprechen sich 61 % der Bevölkerung in Deutschland aus. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA- Consulere mit Sitz in Erfurt. In Auftrag gegeben hatte die Umfrage die christliche Nachrichtenagentur Idea.

Demnach sind nur 15% der Befragten für eine generelle Erlaubnis des islamischen Gebetsrufs.

Bei älteren Befragten fiel die Ablehnung deutlicher aus als bei jüngeren: So sprachen sich in der Gruppe der über 60-Jährigen 67 Prozent gegen den öffentlich hörbaren Gebetsruf aus (14 Prozent dafür), bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 42 Prozent (23 Prozent dafür). Am stärksten war die Ablehnung mit 72 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen (11 Prozent dafür).

Besonders hoch ist die Ablehnung bei  Freikirchlichen Mitgliedern.

Bei den christlichen Konfessionen standen die freikirchlichen Befragten dem Muezzin-Ruf besonders kritisch gegenüber: 65 Prozent sind gegen eine Erlaubnis, 11 Prozent wollen ihn zulassen. Bei den landeskirchlichen Protestanten sind 64 Prozent gegen die Erlaubnis (13 Prozent dafür) und bei den Katholiken 59 Prozent. Der Anteil der Befürworter liegt bei 15 Prozent

Im politischen Lager sind die Anhänger der AfD besonders ablehnend gegenüber dem Muezzinruf.

Die Ablehnung des öffentlichen Muezzin-Rufs überwiegt in allen politischen Lagern, am stärksten bei den Parteigängern von AfD (90 Prozent dagegen, sieben Prozent dafür). Die Wähler von CDU/CSU und FDP sprachen sich jeweils zu 70 Prozent gegen die Erlaubnis aus (dafür 15 Prozent und neun Prozent). Bei den SPD-Sympathisanten äußerten 53 Prozent Ablehnung und 23 Prozent Zustimmung. Auch die Hälfte der Wähler von Bündnis 90/Die Grünen (50 Prozent bei 30 Prozent Zustimmung) und Linken (49 Prozent bei 21 Prozent Zustimmung) will keine regelmäßigen muslimischen Gebetsrufe in deutschen Städten hören