Essen: Anwohner wurden am Sonntag um 4.30 Uhr durch Festgebet zum Ramadan- Ende aus dem Schlaf gerissen

(Symbolfoto: Von hikrcn/Shutterstock)

Zum Ende des Ramadan genehmigte die Stadt Essen ein Festgebet unter freiem Himmel.

Die Gläubigen erhielten die Erlaubnis, sich auf dem Parkplatz der Messe Essen, zum Gebet zu treffen. Die Anwohner im Vorfeld zu informieren, hielten die Verantwortlichen der Stadt Essen offenbar für überflüssig.

Per Lautsprecheranlage wurde am frühen Sonntagmorgen in die Wohngebiete beschallt. So kamen die Anwohner in Haarzopf bereits um 4.30 Uhr in den Genuss des islamischen  Morgengebets. Eine Dezibel Obergrenze gab es nicht. Man hatte „vergessen“ diese bei der Genehmigung zu vereinbaren.

Inzwischen entschuldige sich die Stadt bei den Anwohnern für diese Lärmbelästigung.

Quelle: WAZ

Ob die Anwohner mit der Entschuldigung zufrieden sind, können sie am 13. September bei den Kommunalwahlen Kund tun. Mit dem grünen Mehrdad Mostofizadeh steht  auch ein Moslem für das Amt des Oberbürgermeisters zur Wahl.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Thomas Kufen den Muslimen alles Gute zum Fastenbrechen gewünscht.

Die muslimische Gemeinde in Essen feiert in diesen Tagen noch den heiligen Fastenmonat Ramadan. Nach genau vier Wochen endet die Fastenzeit traditionell, und damit in diesem Jahr am Abend des 23. Mai.

Das Ende des Ramadan ist einer der wichtigsten muslimischen Feiertage, dann beginnt das Fastenbrechfest (arabisch: Id Al-Fitr; türkisch Ramazan Bayrami). Das dreitägige Fastenbrechen steht ganz im Zeichen der Familie und wird mit einem Gebet am frühen Morgen des ersten Festtages eingeläutet. Am kommenden Sonntagmorgen (24.5.) werden sich deshalb auch in Essen viele Muslime in ihren Gemeinden und Moscheen zum gemeinsamen Gebet treffen.

Oberbürgermeister Thomas Kufen wendet sich deshalb mit einem Appell an die muslimische Gemeinde in Essen: „Bitte halten Sie sich auch am kommenden Sonntag an die wichtigen Hygiene- und Abstandsregeln. Diese Regeln gelten zu Ihrem eigenen Schutz und zum Schutz Ihrer Familienangehörigen.“

Und Kufen weiter: „Zusammenhalt, Miteinander und Respekt, das sind die Grundlagen, auf denen unsere Stadtgesellschaft aufbaut. Dass wir friedlich zusammenleben – unabhängig von Religion, Herkunft oder Geschlecht, das macht uns aus, das hält uns zusammen – auch in der aktuellen Situation.“

Abschließend dankte das Stadtoberhaupt der Kommission Islam und Moscheen in Essen e.V., die sich für ein gelungenes Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Religionen engagiere.

„Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute zum Fastenbrechfest. Bitte bleiben Sie gesund.“

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