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Sachsen: Pastor soll nach Pakistan abgeschoben werden – BAMF stuft Pakistan als sicheres Land für Christen ein

Pastor Khurram Gill (42) stammt aus einer christlichen Familie in Pakistan. Nach seinem Fernstudium an einem theologisch-reformierten Seminar ist er seit 2012 ordinierter Pastor in der anglikanischen „Kirche von Pakistan“.

Aufgrund seines Glaubens wurde der Pastor immer wieder von Moslems, welche die Mehrheit der pakistanischen Bevölkerung stellen (96,3 %), angefeindet. In dem südasiatischen Land gelten strenge Blasphemie-Gesetze.

Pakistan rief sich bereits 1956 zur ersten Islamischen Republik der Welt aus. Der Islam ist Staatsreligion. Religiöse Minderheiten wie Christen und Hindus werden stark unterdrückt. Der Wahlspruch des Landes lautet: „Einheit, Disziplin und fester Glaube“.

2016 wurde Pastor Gill zusammen mit einem Freund ins Gefängnis geworfen. Er soll Jesus als Gott bezeichnet haben. In Pakistan gilt das als Blasphemie, da nur der islamische Gott als solcher anerkannt wird. Bekanntlich kennt der Islam nur seinen Gott als den größten und einzigen an.

Im Gefängnis wurde Pastor Gill erniedrigt und geschlagen. Sein Freund wurde von radikalen Moslems wegen seines Glaubens getötet. Direkt nach seiner Entlassung machte sich Gil auf den Weg nach Europa.

Khurram Gill lebt im sächsischen Riesa in einer Flüchtlingsunterkunft. Da er dort von den Moslems angefeindet wird, hält er sich überwiegend beim Landtagsabgeordneten Frank Richter (SPD) auf. Der DDR-Bürgerrechtler Richter ist ebenfalls Theologe.

Am 01.12.2021 fand eine Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Chemnitz statt, in dem Gill sich erneut zu seinem Verfolgungsschicksal äußern durfte. Die Anhörung dauerte 4 Stunden. Richter war während der ganzen Zeit zugegen.

Am 25. Februar erhielt Richter ein Schreiben vom BAMF, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass Gill seine individuelle Verfolgung „nicht glaubhaft“ habe darstellen können. Deshalb würden auch weiterhin die „Voraussetzungen für eine Schutzgewährung“ nicht vorliegen.

Für Richter ist die Beurteilung des BAMF „unverständlich und unerträglich“

„Wenn es einen Menschen gibt, der Dokumente und Berichte vorlegen kann, die sein individuelles Verfolgungsschicksal belegen, dann ist es Khurram Gill“, so der 61-Jährige. Deshalb zweifle er an der „Wahrheitsorientierung“ der BAMF-Untersuchungen.

Laut Richter droht dem pakistanischen Pastor Lebensgefahr, wenn er zurück in sein Heimatland muss. Gill ist ein ordinierter Pastor. Aufgrund dieser Stellung muss er in Pakistan ständig mit Problemen wegen der Blasphemie-Gesetzgebung rechnen.

Richter zufolge herrscht im BAMF offenbar eine Lesart vor, dass es in Pakistan keine Christenverfolgung gebe. Das sei aber falsch. Laut dem Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks Open Doors belegt Pakistan Platz acht.

Es läuft noch ein verwaltungsrechtliches Verfahren, weshalb Pastor Gill noch nicht abgeschoben werden kann. Da Richter den sächsischen Behörden nicht mehr traut, befindet sich Gill derzeit im Kirchenasyl.

Richter: „Angesichts der erfreulichen Tatsache, dass die Flüchtlinge und Vertriebenen aus der Ukraine herzlich aufgenommen werden und Schutz erfahren, ist es mir ein unerträglicher Gedanke, dass gleichzeitig Menschen abgeschoben werden in Länder und Regionen, in den ihnen mit großer Gewissheit Verfolgung, Gefängnis, Folter und Schlimmeres drohen.“

Frank Richter und seine Ehefrau haben „keinen Millimeter Zweifel“ an der Glaubwürdigkeit der Geschichte von Gill: „Wenn man mit einer Person gemeinsam gebetet hat, dann weiß man, ob diese es mit dem christlichen Glauben ernst meint.“

Quelle: Idea

Ulrike Braukmann